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Junge Liste veranstaltet Fraktionssitzung bei Laufer Mühle

HÖCHSTADT (enz) – Einmal im Monat laden Bürgermeister Gerald Brehm und die zehn Stadträte der Jungen Liste Höchstadt zu einer offenen Fraktionssitzung. Ziel ist es, die Bedürfnisse der Bürger aus erster Hand kennen zu lernen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse fließen dann in die kommunalpolitische Arbeit ein. Auf Einladung der Laufer Mühle wurde nun im Lebensmittelpunkt getagt.

Gut 170 Mitarbeiter sind in den sozialen Betrieben der Laufer Mühle beschäftigt. Betreut werden inzwischen 400 Bewohner. „Diese haben ganz unterschiedlichen Hintergrund“, erläuterte Michael Thiem. „Neben Suchtkranken sind wir auch für Arbeitslose, psychisch Kranke, Asylbewerber, Asylanten und aus anderen Gründen Bedürftige da“, so der Leiter der Laufer Betriebe. Dazu zählen auch die 500 bis 600 Menschen, die sich regelmäßig im Höchstadter LebensMittelpunkt mit Lebensmitteln versorgen. Dies ist der Löwenanteil der gut 1.500 im Landkreis Erlangen-Höchstadt auf soziale Einrichtungen angewiesenen Personen.

Die Laufer Mühle, so erläuterte Michael Thiem den Stadträten und Mitgliedern der Jungen Liste, sei wirtschaftlich gesund. „Das ist im sozialen Bereich keine Selbstverständlichkeit – wie kürzlich die Turbulenzen um die Nürnberger Tafel anschaulich gemacht haben.“ Dies, so der Leiter der Laufer Mühle, läge daran, dass man bestimmte Einrichtungen nicht wirtschaftlich betreiben könne. So müsse die Laufer Mühle beispielsweise pro Monat 40.000 Euro für den Betrieb des LebensMittelpunktes in die Hand nehmen. Obwohl es 70 ehrenamtliche Helfer gibt die unentgeltlich mit anpacken. Dass einige Kreativität notwendig ist, um diese finanziellen Mittel aufzutreiben, machte Svenja Ott deutlich. Sie ist bei der Laufer Mühle für LebensMittelpunkt und die KreisLauf-Kaufhäuser verantwortlich. „Auf diese Weise leisten sie immer wieder einen Beitrag um Probleme zu lösen, die eigentlich nicht zu lösen sind“, betonte Gerald Brehm. Insbesondere auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise habe Stadt und Landkreis wertvolle Unterstützung erhalten. Beispielsweise durch die Herstellung von Starterpaketen. „Aus unseren Kleiderkammern haben wir 2.500 Bananenkisten für Neuankömmlinge gepackt“, erinnert sich Svenja Ott. „Das sparte der Öffentlichen Hand eine Menge Geld. Denn unsere Ausstattung aus guten, aber gebrauchten Kleidungsstücken war deutlich günstiger als Neuware.“

 

    Der besondere Ansatz der Laufer Betriebe ist es, durch Arbeit der Bewohner den eigenen Unterhalt zu sichern und Arbeitsplätze zu schaffen. Dies ist auch das Rückgrat des LebensmittelPunktes. Dazu wird gespendetes Obst beispielsweise jedes Jahr zu mehr als 4.000 Gläsern Marmelade verarbeitet. Verkauft werden waren wie diese in den eigenen Verkaufsstellen, aber beispielsweise auch in regionalen Supermärkten. „Das die Qualität unserer Produkte geschätzt wird, stärkt zudem das Selbstwertgefühl unserer Bewohner“, freut sich Ott. Dennoch, so berichtet Michael Thiem, haben Einrichtungen und Bewohner immer wieder mit Vorurteilen zu kämpfen. „Auch ist die Hemmschwelle, sich bei uns zu melden, für viele Bedürftige in einer Kleinstadt wie Höchstadt hoch“, ergänzte Svenja Ott. Deshalb freuten sich die Laufer Mühle-Verantwortlichen besonders über das Interesse der Jungen Liste. „Denn nur wenn man sich kennt und über Nöte Bescheid weiß, gibt es die nötige Unterstützung“, resümierte Micheal Thiem. Unterstützung kann die Laufer Mühle dabei in jeder Hinsicht gebrauchen. „Und wenn es nur eine ungebrauchte Sperrmüllkarte ist“, unterstrich Ott.

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