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Junge Freie Wähler Höchstadt gegründet

HÖCHSTADT (enz) – Knapp 40.000 kommunale Mandatsträger gibt es in Bayern. Sie werden am 15. März 2020 neu gewählt. Auch in Höchstadt haben die Vorbereitungen bereits begonnen. Während AFD und Grüne mit neu gegründeten Ortsverbänden ins Rathaus einziehen wollen, sucht die Junge Liste ihre Position mit neuen Gesichtern zu verteidigen. Dazu wurde nun ein Ortsverband der Jungen Freien Wähler gegründet. Mit Felix Locke war dazu eigens der Bundesvorsitzende in Töpfla gekommen.

„Früher konnte man sich ab dem 50. Lebensjahr langsam um eine Kandidatur im Stadtrat bewerben“, erinnert sich Bürgermeister Gerald Brehm. Das galt besonders für die CSU – ehemals politische Heimat des Höchstadter Stadtoberhauptes. Als Ortsvorsitzender hatte er die Junge Union damals von neun Mitgliedern auf stattliche 150 ausgebaut. „So groß sind heute manche Kreisverbände nicht mehr“, betont Brehm. Trotzdem wollte ihm die Partei als Vertreter der jüngeren Generation nur einen Ersatz-Platz für die Stadtratswahl zugestehen. Doch die Nachwuchspolitiker wollten ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen – und gründeten deshalb die Junge Liste. Das ist heute 30 Jahre her und aus den jungen Wilden sind etablierte Kommunalpolitiker geworden. „Aber ich bin davon überzeugt, dass Erfolg dauerhaft nur doch die Symbiose von erfahrenen und jungen Aktiven gelingt“, betont Brehm. In diesem Punkt ist er sich mit Axel Rogner einig. „Immerhin wurden die Jungen Freien Wähler in unserer Region erfunden“, betont der JL-Vorsitzende. „Die Landesvereinigung wurde in Adelsdorf gegründet. Karsten Fischkal war der erste Vorsitzende“. Zeitgleich wurden auch in Höchstadt Junge Freie Wähler installiert. Doch das ist lange her – und die sind inzwischen aus beruflichen Gründen über die ganze Welt verstreut, erklärt Rogner. Ein Phänomen, das auch Felix Locke kennt. „Es ist in der Jugendarbeit immer so, dass Leute aufgebaut werden und dann andere Prioritäten entwickeln“, weiß der Bundesvorsitzende. Anders als früher ist es heute jedoch schwer, neue Mitglieder zu gewinnen. „Politik an sich wirkt auf viele nicht besonders spannend. Und dann erwarten auch in unserer Partei viele, dass Neue sich über Jahrzehnte hochdienen“, resümiert Locke. Doch würden Ältere manche Zukunftsthemen nicht richtig einschätzen – und Weichen deshalb falsch stellen. „Beispielsweise hat die FW-Europaabgeordnete Ulrike Müller für die Einführung von Upload-Filtern im Internet gestimmt“, beklagt Locke. Gleichzeitig vermutet er, dass ihr gar nicht bewusst war auf diese Weise gegen die Freiheit des Internets und letztlich gegen freie Meinungsäußerung votiert zu haben. „Hier müssen wir umdenken – und brauchen mehr Politiker unter 30 in den Parlamenten“.

Bei der Jungen Liste – dem Höchstadter Ortsverband der Freien Wähler – trifft er damit auf offene Ohren. „Deshalb werden wir darauf achten, auch neuen Gesichtern aussichtsreiche Listenplätze bei der Stadtratswahl anzubieten“, erklärt Irene Häusler. Dass sich potenzielle Kandidaten nun dazu entschlossen haben, sogar eine Nachwuchsorganisation zu gründen, begeistert die 3. Bürgermeisterin – und zählt zu den ersten Gratulanten der neuen Vorstandschaft. In dieser ist die 30-jährige Höchstadter Diplom-Ingenieurin Regina Dukart für die nächsten zwei Jahre erste Vorsitzende. Ihr zur Seite steht die 22-jährige Studentin Eva Brehm. Das Amt des Schriftführers übernahm Gymnasiastin Alisa Rogner. Komplettiert wird die Führungsriege der zirka 15-köpfigen Gruppierung durch zwei Beisitzer. Ebenfalls einstimmig gewählt wurden hier der 32-jährige Projektleiter Tobias Keim sowie General-Agenturist Georg Niklas (30).

Wichtigstes Ziel der Jungen Freien Wähler in Höchstadt ist es nun, andere junge Leute für Politik zu interessieren. „Denn jetzt wird entschieden, wie unsere Zukunft aussieht“, unterstreicht Dukart. Neben dem sorgsamen Umgang mit Umwelt und Natur gelte es aber auch, jungen Menschen Perspektiven aufzuzeigen. „Leute, die im schmucken Eigenheim mit Garten leben, wollen uns das Gleiche pauschal verbieten“, beklagt Dukart. „Zu sagen, junge Leute müssen ihre Kinder in Wohnkasernen großziehen – oder sogar wegziehen, das ist nicht in Ordnung“. Um Politik für junge Leute greifbarer zu machen, planen die Jungen Freien Wähler für den Sommer bereits ein großes Musik-Projekt. „Wichtig ist, ins Gespräch zu kommen – und darüber aufzuklären, dass wir nicht mehr länger stillhalten dürfen. Wer jetzt nicht handelt, stimmt dem Ausverkauf unserer Zukunft vor“, so Dukart.

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